Samstag, 24. Mai 2003
bearbeitet von
Mag. Heidi Deflorian
...Gesund sein und bleiben ist schöner und besser!
Reisen kann gefährlich sein, muss es aber nicht! Ob geschäftlich oder zum Spaß, um irgendwo im Warmen zu überwintern, oder wegen eines Kurzurlaubes: man verläßt normalerweise seine gewohnte Umgebung und bringt sich selbst, mit mehr oder weniger Strapazen verbunden, an einen anderen Ort. Dabei lassen sich unter anderem folgende lauernde Gefahren feststellen:
Bei Reisen mit dem Flugzeug: Thrombose - eine echte Lebensgefahr, die sehr oft unterschätzt wird!
Magenbeschwerden, Bauchweh und Durchfall, auch bekannt unter "Die Rache der Pharaonen" oder "Montezumas Rache".
Infektionskrankheiten wie Hepatitis, Typhus, Malaria, etc.
Um diesen Gefahren zu entgehen, gibt es viele, zum Teil außerordentlich wirksame Empfehlungen:
Durch die Zunahme der Fernreisen ist auch die Gefahr der - unter Umständen sogar lebensbedrohlichen - Reisethrombose gestiegen. Verantwortlich sind dafür neben vielen anderen Faktoren und der Thromboseneigung auch der zu enge Bewegungsraum der Passagiere, zumindest in der Economy Class.
Wie auch immer: zur Vermeidung dieser gefährlichen Komplikation ist es unbedingt notwendig, dass Sie sich bei einem Arzt vor Antritt eines längeren Fluges untersuchen und beraten lassen!
Die Risikofaktoren für eine Thrombose sind in erster Linie der langandauernde Bewegungsmangel, die sitzende Position mit angewinkelten Knien. Ferner einer zumeist langsam während des Fluges entstehende Austrocknung (die Luftfeuchtigkeit an Bord beträgt nur 5 - 10%).
Man sollte daher folgende Grundregeln bei Langstreckenflügen beachten:
Personen, bei denen ein hohes Risiko für das Entstehen einer Thrombose besteht, sollen unbedingt mit einem Arzt Kontakt aufnehmen und über deren Pläne berichten!
Bei anderen Risikofaktoren, wie leichten Krampfadern (Varizen), sollte zunächst mit einer Stützstrumpfhose eine mechanische Unterstützung des Gefäßsystems erfolgen.
Weiteres wäre die Einnahme von niedermolekularen Heparinen wie z.B. Lovenox bereits einige Tage vor, während der Reise und einige Tage danach anzuraten.
Kein Alkohol
Viel Flüssigkeit
Reichlich Bewegung während des Fluges (immer wieder Aufstehen und Bewegungs- und Lockerungsübungen machen)
Nicht Rauchen
Keine sedierend wirkende Mittel einnehmen (zur Vermeidung des "Jet-Lag")
Der mit unterschiedlichen, ortsgebundenen Götternamen bezeichneten "Rache" (Reisedurchfall) entgeht man unter Umständen auch in einem Fünf-Sterne-Hotel nicht! Weder die Anzahl der Sterne, noch die Ausstattung der Zimmer und das einladende Buffet lassen Rückschlüsse auf den hygienischen Zustand der Küche, der Hygiene der Zulieferfirmen und die persönliche Hygiene des Küchenpersonals zu!
Daher einige Tips, wie man sich schützen kann, da es leider noch keinen Impfschutz gegen Reisedurchfall gibt:
Kein nicht abgekochtes Wasser trinken bzw. verwenden, in besonders gefährdeten Gebieten selbst zum Zähneputzen Mineralwasser verwenden. Achten Sie auf intakte Originalverschlüsse der Flaschen.
Keine Eiswürfel in die Getränke geben lassen, da diese aus Leitungswasser hergestellt werden.
Kein ungekochtes Gemüse, keine nicht durchgegarte Speisen
Speisen wie Fische, Meeresfrüchte, Geflügel sollten nicht länger als 2 Stunden ungekühlt aufbewahrt werden.
Keine Speisen mit nicht durchgekochten Eiern oder mit roher Milch (z.B. Tiramisu, Mousse au choccolat, Mayonnaise z.B. in Salaten, Frischkäsen, Speiseeis, Cremes...).
Obst nur essen, wenn man es selbst schälen kann (Äpfel, Orangen, etc.)
Vorsicht bei Wassermelonen, mancherorts werden sie mit Leitungs- oder Flußwasser gespritzt (die Injektion erhöht das Gewicht, den Preis und das Risiko)
Es gilt der englische Leitsatz:
Verständlicherweise sind Rucksacktouristen am meisten gefährdet, erstaunlicherweise aber kommen dann in der Reihenfolge der Gefährdung: Gäste von Luxushotels und zuletzt solche von Standardhotels, weil man in ersteren vor lauter Luxus automatisch voraussetzt, dass alles so perfekt ist wie zu Hause, was aber leider nicht stimmt.
Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen. In einfachen Fällen kann man sich mit Salzstangen essen und Cola trinken behelfen. Es empfiehlt sich aber Getränken einen Elektrolytzusatz beizugeben.