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Gründe für Übergewicht


Erstmals online: 21. Mai 2003, letzte Änderung: Montag, 27. September 2010
bearbeitet von Mag. Heidi Deflorian

 

Welche möglichen Ursachen für Übergewicht gibt es?

i) Mangelnde körperliche Bewegung

Bewegungsmangel stellt eine der Hauptursachen für die Zunahme von Übergewicht in den westlichen Industrienationen dar und dies gilt insbesondere für die steigende Zahl von übergewichtigen Kindern in Mitteleuropa und den USA.

Durch regelmäßige Bewegung (mind. 3 x pro Woche 30 Minuten) kann Muskelmasse aufgebaut werden, wodurch in Folge auch mehr Kalorien verbrannt werden können. Die Auswahl der richtigen Sportart ist enorm wichtig - wählen Sie aus der reichen Palette (Walking, Wandern, Radfahren, Skaten, Schwimmen, etc.) Ihre bevorzugte Sportart aus. Denn nur was Spaß macht wird gemacht.

Sport kann helfen:

- die natürliche Hunger- und Sättigungsregulation wieder zu normalisieren,
- die Abnehmmotivation zu stärken,
- den Stress abzubauen,
- ein besseres Körpergefühl zu erlangen,
- das allgemeine Wohlbefinden zu stärken und
- Kontakte zu anderen Gesundheitsbewussten zu knüpfen.

ii) Missverhältnis zwischen Energieaufnahme und -verbrauch

Unregelmäßiges und schnelles Essen erhöht die Gefahr "unkontrolliert" viel zu essen - Sättigung wird vom Körper erst nach 20 Minuten signalisiert.

Eine fettreiche Ernährung begünstigt die Entstehung von Übergewicht. Fette enthalten nicht nur doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß und Kohlenhydrate, sondern sättigen auch schlechter als diese. Eigentlich sollten nur max. 30 % des Gesamtenergiebedarfes aus Fetten stammen - tatsächlich beträgt der Konsum in Osterreich durchschnittlich 44 %. Gleichzeitig ist der Verbrauch von Kohlenhydraten als zu gering zu bewerten. Von den empfohlenen 50 - 55 %‚ werden in Osterreich lediglich 38 % aufgenommen, zunehmend aus "minderwertigen Kohlenhydraten" wie Industriezucker und nicht wie früher aus Kartoffeln oder Getreideprodukten.

Unser Energiebedarf setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

- Der Grundumsatz ist definiert als jene Energiemenge, welche der Körper in Ruhe zur Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen (Atmung, Herzschlag, Nierenleistung, Verdauung, etc.) benötigt. Er beträgt beim Mann Gewicht x 24 und bei der Frau, aufgrund des höheren Fettgehaltes, Gewicht x 21,6 (z. B. 65 kg beim Mann ergeben 1560 kcal/Tag bei der Frau 1404 kcal/Tag Grundumsatz).
- Die Umsatzsteigerung durch die energieverbrauchenden Umbauvorgänge der Nährstoffe (z. B. die Harnstoffbildung aus Kohlendioxid und Ammoniak oder Abbau diverser Eiweißbausteine) - den höchsten Anteil haben die Eiweiße dann folgen die Kohlenhydrate und zuletzt kommen die Fette. Bei normaler Mischkost können 10 % des gesamten täglichen Energieumsatzes dafür veranschlagt werden (ca. + 200 kcal).
- Für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur (Thermoregulation) kann der Körper, abhängig von Bewegung, Klima, etc., 10-15 % der Gesamtenergie benötigen (ca. 200 - 400 kcal/Tag).
- Die Umsatzsteigerung durch Muskeltätigkeit / Aktivitäten ist stark von der Art, Dauer und Intensität abhängig. So liegt der Verbrauch bei leichter Tätigkeit (Sitzen, Schreiben, Nähen, Bügeln, Kochen) bei rund 1,5 - 2,5 kcal/min und bei mittlerer Aktivität (Walking, Tennis, Schifahren, Radfahren, Tanzen) bei durchschnittlich 5 kcal/min.

iii) Die Vererbung

Aus wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass Übergewicht mindestens zu einem Drittel durch die Erbanlagen (Gene) des Menschen verursacht ist. Vor allem der Grundumsatz (jene Energiemenge, die der Körper bei völliger Ruhe benötigt) scheint zu einem gewissen Anteil genetisch bedingt. Das erklärt auch die Tatsache, dass Menschen auf die Zufuhr einer gleichen Energiemenge ganz unterschiedlich reagieren können.

Übergewicht sollte jedoch nicht als "Schicksal" hingenommen werden! Wenn man seine Ernährung umstellt und ausreichend Bewegung macht, kann trotzdem eine Verringerung des Körpergewichtes erreicht werden. iv) Die Kraft der Psyche

Ist das Übergewicht nicht ausschließlich eine Folge von Überernährung, kann keine Diät, kein Schlankheitsmittel usw. für ein stabiles, niedriges Gewichtsniveau garantieren. Das bedeutet, wenn Übergewicht nur das Symptom eines tieferliegenden Problems ist, so ist in der Regel jede Diät zum Scheitern verurteilt, wenn nicht das ursächlich psychologisch bedingte Problem des Übergewichtes (Wut, Ärger, Stress, Langeweile, etc.) behoben wird.

iv) Weitere Einflussfaktoren

- Mit dem Älterwerden nimmt der Kalorienverbrauch ab, hauptsächlich bedingt durch Verminderung der Muskelmasse: Den höchsten Energiebedarf hat man im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Bis zum 25. Lebensjahr sinkt dieser um 100 kcal/Tag. Um weitere 100 kcal/Tag vermindert er sich bis zum 50. Lebensjahr. Zwischen 51 und 65 Jahren muss man damit rechnen, dass der Energiebedarf um 400 kcal/Tag (Männer) und 300 kcal/Tag (Frauen) abnimmt und schließlich ab dem 65. Lebensjahr noch um weitere 200 kcal/Tag sinkt. Die Differenz zwischen einem 65 jährigen und einem 19 jährigen Mann beträgt somit 800 (bei Frauen 700) kcal/Tag.
- Bestimmte Krankheiten, wie z. B. Schilddrüsenunterfunktion, haben u. a. einen Einfluss auf die Energieverbrennung.
- Manche Medikamente wie beispielsweise Mittel gegen Depression und Diabetes, Cortison oder die Pille können eine Gewichtserhöhung bewirken oder verstärken (fragen Sie dazu Ihren Arzt/In).
- Wer mit dem Rauchen aufhört, läuft Gefahr in der ersten Zeit an Gewicht zuzunehmen. Die Vorteile des Nikotinverzichtes sind aber in jedem Fall größer als die Nachteile der begrenzten Gewichtszunahme.
- Eine starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft führt oft zu einem bleibenden Gewichtsanstieg nach der Entbindung. Es ist daher zu empfehlen so bald wie möglich nach der Entbindung das Ausgangsgewicht wieder anzustreben.
- Eine gestörte Balance der Bakterienstämme im Darm kann ebenfalls eine vermehrte Aufnahme von Kohlehydraten und zusätzliche Gewichtserhöhung verursachen. In diesem Fall kann eine Kur mit Probiotika eine Regulierung der Darmflora und Nahrungsmittelaufnahme positv beeinflussen.

 

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